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St. Marien Dom

Der Dom von 1446, mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, ist ein Wahrzeichen der Stadt Fürstenwalde.
The cathedral which was built in 1446 and since then frequently destroyed and reconstructed is a trademark of Fürstenwalde.

 

Bischofssitz

 

Der St. Marien Dom der Stadt Fürstenwalde ist eines der ältesten Bauwerke der Stadt. Mächtig erhebt sich sein 68 Meter hoher, weithin sichtbarer Turm und gilt damit als ein Wahrzeichen der Stadt. Schon um 1230 stand an der Stelle des heutigen Doms ein Vorgängerbau. Um 1000 wurde nach Brandenburg und Havelberg das Bistum Lebus gegründet. Lebus ist ein Ort bei Frankfurt/Oder. 1385 verlegte man den Bischofssitz von Lebus nach Fürstenwalde. Damit wurde die Stadtpfarrkirche zur Bischofskirche erhoben. 1432 äscherten die Hussiten den Dom ein. Sie wollten damit Rache nehmen, weil der Lebuser Bischof einer der Hauptankläger gegen Jan Hus war, der auf dem Konstanzer Konzil zum Tod durch den Scheiterhaufen verurteilt wurde. Im Jahr 1446 wurde mit dem Domneubau, einer dreischiffigen gotischen Backsteinhallenkirche, begonnen, der 1470 geweiht wurde.

 

St. Marien Dom

 

Baugeschichte

 

Nichts blieb dem Fürstenwalder Dom erspart. Ein Blitzschlag vernichtete im Jahr 1576 Turm, Kirchendach und Orgel, ein verheerender Brand wütete infolge des 30-jährigen Krieges. 1731 stürzte gar der baufällige Turm ein. Friedrich II. bewilligte einen bedeutenden Zuschuss für den Neuaufbau des Turms, der 1757 abgeschlossen wurde. 1766 schlug erneut der Blitz ein und beschädigte dabei die gotischen Gewölbe so stark, dass eine flache Stuckdecke eingezogen werden musste. Eine gründliche Erneuerung erfuhr der Dom in den Jahren 1908 bis 1910. Dabei wurden auch die alte Gewölbedecke wiederhergestellt und die gotischen Elemente hervorgehoben. Ende des 2. Weltkriegs wurde der Dom in Schutt und Asche gelegt. Nach dem Krieg kam der Wiederaufbau des Gotteshauses nur mühsam voran. Ein wesentlicher Impuls war die Gründung der Dombauhütte im Jahr 1988.

 

Dom Innenansicht

 

Gemeindezentrum

 

1557 fand im St. Marien Dom der erste evangelische Gottesdienst statt, zum Reformationstag am 31. Oktober 1995 wurde der St. Marien Dom wieder eingeweiht. Bemerkenswert ist der architektonisch gelungene Einbau eines Gemeindezentrums in die Westhälfte des historischen Baukörpers. Transparent und licht lassen große Glaswände jederzeit einen Blick in das Kirchenschiff zu und verbinden so einzigartig die Zeugnisse der Vergangenheit mit den Erfordernissen der Moderne, ohne die Wunden der Geschichte zu überdecken. Historisch interessant ist das 1517 von Bischof Dietrich von Bülow gestiftete Sakramentenhaus. Es stammt wohl von dem erzgebirgischen Künstler Franz Maidburg, der auch Urheber des künstlerisch herausragenden Epitaphs für den 1523 gestorbenen Bischof Dietrich von Bülow ist. Seit dem Jahr 2003 erklingt im Dom die Orgel der Leipziger Thomaskirche.

 

Dom Zerstörung